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Content Marketing Phase 2 - Think

10 Content Marketing Tipps, Die Du niemals umsetzen solltest

Ständig nur tollen Tipps lesen, die garantiert zum Erfolg führen, ist doch super langweilig. Deshalb präsentiere ich Dir hier 10 Regeln, mit denen Du Dein Content Marketing mit Garantie an die Wand fährst. Let’s go!

#1 Nur Pressemitteilungen veröffentlichen

Pressemitteilungen sind doch was Feines. Hoch spezialisierte PR-Leute haben die bahnbrechenden News über Eure neuen Kaffeeautomaten im Büro perfekt ausformuliert und an die führenden Tageszeitungen dieser Welt kommuniziert. Nun harrst Du der Dinge und schaust jeden Tag gebannt die Tagesschau, bis endlich darüber berichtet wird. Ist doch klar, dass man diese wertvolle Information auch prima ins eigene Blog packen kann!

Ich übertreibe, aber selten sind Pressemitteilungen in Stil, Format und Umfang ideal für den Content, den Deine Zielgruppe sucht. Sie können als gute Grundlage für ausgearbeitete Inhalte dienen, aber ein Blog, das nichts anderes als ein Sammelsurium an 1:1 inklusive Pressekontakt im Abbinder veröffentlichten Pressemitteilungen ist, wird nicht gut funktionieren.

#2 Nur Content generieren, in dem Du von Deinen Produkten schwärmst

Du willst verkaufen, also müssen die Menschen da draußen auf jeden Fall mitbekommen, wie super gut Deine Produkte sind! All Deine Inhalte hast Du teuer bezahlt, also sollten sie auch alle Vorzüge Deiner Produkte in allen Facetten schildern. Es ist Dein Kanal, Dein Produkt und Dein Text!

Wenn Du in jedem Deiner Inhalte ausschließlich über Deine Produkte schreibst, vernachlässigst Du andere Phasen Deiner Customer Journey: See oder Think ist oft noch ganz weit von den Qualitäten Deiner Erzeugnisse entfernt. Du vergibst damit die Chance, schon früh für Vertrauen in Dich und Deine Marke zu sorgen.

#3 Deinen Content ausschließlich von Bots schreiben lassen

(Vermutlich wird die Bot-Entwicklung mich bei Veröffentlichung dieses Beitrags eingeholt haben. Vielleicht bin ich sogar ein Bot?)

Feuere alle Deine Schreiberlinge! Es gibt jetzt KI-Texter! Ein paar Stichworte, ein Mausklick und schon hast Du den idealen Text. Kaum vom durch Menschen geschriebenen Geschwätz zu unterscheiden! Dafür aber viel Billiger. Die KI braucht keinen Urlaub, ist nie krank und Schreibfehler macht sie auch nicht.

Ja, es gibt fantastische Bots, die wirklich Beachtliches zusammenschreiben und gerade dann, wenn Du große Mengen an Text wie zum Beispiel Produktbeschreibungen brauchst, sind sie sicherlich eine gute Hilfe. Aber um die Werte Deiner Marke auch in frühen Phasen der Customer Journey zu transportieren, musst Du Dir mehr Mühe geben. Ein eigener Stil, die Aufbereitung und die conversionoptimierte Formulierung bekommen Bots in der Vollkommenheit, die du benötigst, um im Markt hervorzustechen, nicht hin.

#4 Ausschließlich Content aus fremden Quellen einsetzen

Wozu eigenen Content erstellen, wenn andere schon alles geschrieben haben, was zu Deinem Thema zu schreiben ist? Und dann noch via RSS Feed bequem zum einbinden anbieten? Vielleicht sogar gratis? Da wäre es doch total doof, für exakt die gleichen Inhalte einen unnützen Schreiberling zu bezahlen!

Gibt es das heute überhaupt noch? Content Syndication? Also das Republizieren von Inhalten, die man auf irgend einer Plattform fertig eingekauft hat? Falls Du dich zum Beispiel mit dem Gedanken trägst, irgendwelche RSS-Feeds von Newsagenturen als Deine Content-Quelle einzubinden: lass es. Do brauchst originären Content, der einen Mehrwert bietet, den es sonst nicht gibt.

#5 Deinen Content vom Praktikanten erstellen lassen

Ein geniales Geschäftsmodell im Content Marketing ist es, unzählige Praktikanten einzustellen, ihnen unter dem Deckmantel, dass sie was lernen könnten, keinerlei Gehalt zu zahlen und mit deren Arbeitsleistung dann Webseiten zu bestücken. Gratiscontent sozusagen! Wenn das nicht dein Business ist, dann suche dir halt irgend eine andere arme Gestalt, die in Sklavenarbeit Texte generiert.

Es gibt auch fähige Praktikanten. Aber mache nicht den Fehler, das Erstellen von Content als lästige Pflicht anzusehen, die es so günstig wie möglich zu erledigen gilt. Von gut produziertem Content wird Deine Marke und Dein Geschäft eine lange Zeit profitieren. Also, solange Dein Praktikant kein wirklich guter Texter ist: lass es. Oder stell ihn ein und bezahle ihn gut.

#6 Deinen Content auf einer anderen Domain hosten

Ups ja, wer kennt das nicht. habe ich aus der Not geboren auch schon getan. Aber das ist eine andere Geschichte.

Du hast eine tolle Firmenwebseite, die aber keine Blogfunktion aufweist? Schnell eine WordPress-Instanz auf eine Subdomain geknallt und erledigt ist die Sache!

Leider ist das keine gute Idee, denn die Subdomain wird von Google als eigenständige Domain wahrgenommen und separat gerankt. Aber im Endeffekt willst Du ja nicht ein neues Webmagazin mit einer eigenen Marke Etablieren, sondern den Inhalt dazu nutzen, deine Marke besser sichtbar zu machen. In dem Fall geht kein Weg daran vorbei, als den Content auf der gleichen Domain zu hosten.

#7 Content in tiefen Verzeichnissen verstecken

Diese dämlichen Blogartikel mit ihren dämlichen, zum Titel passenden URLs verschandeln die ganze schöne URL-Sturktur Deiner Seite. /ueber-mich oder /produkte: DAS sind URLs. Den ganzen unwichtigen Kram kannst Du ruhig ins letzte Eck unter /sonstiges/ressourcen/blog/artikel/… archivieren. Ließt doch eh keiner!

Oft häng das mit #6 zusammen: der Content wird dann in irgendwelchen tiefen Unterverzeichnissen versteckt. Vielleicht, weil er nachträglich in die Sitemap integriert wurde. Vielleicht, weil ein anderes CMS in einem Unterverzeichnis installiert werden musste. Vielleicht, weil man nicht so genau wusste, wohin. Unterverzeichnisse sind Hierarchie und wenn Du willst, dass Dein Content als wichtig wahrgenommen wird, auch und vor allem von den Suchmaschinen, dann ist es ratsam, diesen nicht zu verstecken.

#8 Ständig Dein Thema aus der gleichen Perspektive behandeln

Du stellst Sicherheitsschlösser her? Was gibt es dazu viel zu sagen? AUF und ZU! Klar, dass die eine Hälfte Deiner Blogartikel und Instagram-Posts sich um Schlösser dreht, die auf sind und die andere Hälfte um Schlösser, die zu sind. Was bitte kann man großartig anderes über Sicherheitsschlösser schreiben? AUF und ZU!

Es gibt diese Corporate Blogs, in denen jeder einzelne Blogartikel aus der gleichen Perspektive geschrieben wurde, weil es eben das Kernthema der eigenen Produkte ist. Mit Sicherheit haben Sicherheitsschlösser aus dem oben genannten Beispiel nämlich noch mehr berichtenswerte Aspekte und es wird verschiedene Customer Journeys geben, die da hin führen. Du solltest mit Deinem Content daher versuchen, Dein Thema aus verschiedenen Perspektiven darzustellen, um die unterschiedlichen Interessenten gezielt anzusprechen. Sollte es irgendwann neue Erkenntnisse zu einer Perspektive geben, die Du bereits dargelegt hast, ist es besser, den alten Content zu aktualisieren, als einen Zweiten zu veröffentlichen, der in die gleiche Richtung geht.

#9 Einmal im Jahr was Neues posten

Endlich hast du mal neben dem ganzen Papierkram und der Kontrolle Deiner faulen Mitarbeiter und der Pflege des Fuhrparks Zeit, Dich um Content zu kümmern. Du ziehst Dir dafür Deine schönsten Content-Pantoffeln an, stellst dir ein kaltes Glas Limonade bereit, streckst und reckst dich ein letztes Mal und haust dann in die Tasten. Denn heute ist dein jährlicher Content-Tag! Wer sich öfter mit so etwas Nebensächlichem abgibt, dem ist nicht mehr zu helfen!

Dinge verändern sich und Content lebt von Aktualität. Dein Publikum giert förmlich nach immer neuen Impulsen. Je nach Medium sollte die Frequenz also recht hoch sein und ein Blog, auf dem höchstens einmal pro Jahr ein neuer Post erscheint, ist kein Blog. Finde einen vernünftigen Rhythmus und bediene alle Kanäle in der ihnen angemessenen Frequenz!

#10 Nur kurze Blog-Artikel posten

Du hast da eine Idee. Eigentlich nichts Wildes. Eins, zwei Sätze. Mit ein bisschen Mühe kannst Du einen Absatz draus machen. Hauptsache, ein Keyword kommt drin vor. Zwei, drei Minuten getippt, ein Stockimage dazu gepackt und fertig ist der neue Beitrag! Von diesen Babies haust Du am Tag locker vier bis fünf Stück raus. Du bist nämlich ein Macher, eine lean, mean content machine.

In Sozialen Netzwerken geht es oft um kurze, knackige Texte. Hier musst du portionieren und nicht zu viel in einem Post kommunizieren. Auf deiner Webseite und in Deinem Blog kannst Du ins Detail gehen. Hier ist es sogar schädlich, ständig nur kurze Artikel in hoher Frequenz herauszuhauen. Besser ist es, klar strukturierte, das Thema umfangreich beleuchtende Beiträge zu schreiben. Wenn es dann was Neues zum gleichen Thema gibt oder sich Fakten ändern, kannst Du diesen Artikel dann auch überarbeiten und erweitern. Auch das ist besser, als einen eigenen Post zu einem kurzen Update zu verfassen. Du brauchst nachhaltigen Content, der lebt und sich weiterentwickelt.

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