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Digitales Marketing ist wie Gitarre spielen

Ja, das bin ich auf dem Bild, irgendwann in den frühen 90ern. Ich habe damals Gitarre gespielt. Warum mich das sehr an meine Karriere im Marketing erinnert und wieso die Gitarre ein Symbol für Marketing-Tools ist, möchte ich Dir hier erklären. Hast Du Lust auf einen Nostalgie-Trip in die Vergangenheit?

Die Evolution des Hobby-Gitarristen

Ich spielte damals in mehreren Bands. So gehörte sich das als Metal-Fan und im Zeitalter des Grunge. Nichts wirklich Erfolgreiches, aber mit Auftritten in Jugendzentren und auf Bandwettbewerben. Es hat Spaß gemacht. Damals war das auch eine einfache Angelegenheit. Eine Gitarre, ein Verstärker und ein Verzerrer für den Metal-Sound. An dem konnte man zwei oder drei Regler drehen und das war es dann. Hauptsache, es hörte sich an wie bei Iron Maiden. Die Optionen waren: „Overdrive an oder aus“. Die Zeit im Proberaum wurde zu 100% für das Jammen genutzt.

Overdrive an oder aus?

Doch die digitale Technik entwickelte sich. Das Erste, was dann kam, waren sogenannte Multi-Effektgeräte. Zoom nannte sich meins. Damit waren mehrere Effekte zuschaltbar und programmierbar. Die Optionen vervielfachten sich zu  „Wie viel Hall nehme ich dazu? Wie viel Delay? Wir gut klingt das dann mit Overdrive?“ Schon lag die Zeit, die man bei der Probe mit dem Spielen des Instrumentes verbrachte, nur noch bei 70%. Die restlichen Stunden wendete man dafür auf, den richtigen Sound zu finden.

Noch schlimmer wurde es, als Soundkarten für den Hausgebrauch erschienen, die mit geringer Latenz und guter Software wie Guitar Rig in der Lage waren, ein Eingangssignal in Echtzeit zu verwandeln. Auf einmal hatte man Hunderte von virtuellen Verstärkern, Abnahmemikrophonen und Effekten zur Auswahl. Die Optionen wuchsen exponentiell und auf einmal reduzierte sich die Netto-Spielzeit auf unter 10%, während man den Hauptteil damit verbrachte, am Sound rumzubasteln.

Kommt Dir das bekannt vor, wenn es um digitales Marketing geht?

Mehr Tools als Zeit

Wann immer ich über ein neues, brandheißes Marketing-Tool lese oder mich mit APIs und Schnittstellen befasse, muss ich an meine kurze Karriere als Freizeit-Musiker denken. Theoretisch kann man seine gesamte Zeit darauf aufwenden, mit Tools und Techniken herumzuspielen, ohne auch nur ein einziges Ergebnis zu liefern. Wie beim Experimentieren mit Sound für die Gitarre macht das auch Spaß und irgendwie will man ja Up-To-Date bleiben. Doch anders als ein Hobbymusiker kann es sich ein CMO nicht leisten, keine Ergebnisse zu liefern. Es sei denn, Du arbeitest für OMR Reviews, dann lassen sie es Dir vielleicht durchgehen.

Im Vergleich zu damals bin ich jetzt auch viel fokussiert auf meine Ziele. Mein 3-Phasen-Modell hilft mir, diese nicht aus dem Auge zu verlieren und neue Tools auch sofort einordnen zu können. Nur wenn ich dann das Gefühl habe, eine Möglichkeit vor mir zu sehen, die meine Zielerreichung in einer der Phasen verbessern könnte, fange ich an, mich damit genauer zu beschäftigen.

Soweit der offizielle Teil.

Technologie als Hobby

Ich weiß nicht, wie es bei Dir ist, aber als digitaler Marketing-Typ geht für mich die Beschäftigung mit Technologie über das berufliche Interesse hinaus. Genau wie das Gitarre spielen für mich eine Leidenschaft war, ist es nun die Technologie. Ich habe Spaß daran, Software auszuprobieren und nicht selten kommt es vor, dass ich mal nur zum Testen schnell ein Blog aufsetze oder eine kostenlose Trialphase ordere. Denn hier schließt sich der Kreis zur Bandkarriere meiner Jugend: kein Musiker spielt 5×8 Stunden die Woche Gitarre und geht dann heim.

Marketing-Tools sind die Instrumente auf denen digitales Marketing zu spielen ist und auch hier gibt es für mich in Sachen Interesse kein zeitliches Limit. Technologie ist das neue Hobby und der Beruf. Aber sagt man nicht, dass man Leidenschaft und Geldverdienen kombinieren soll, um keinen einzigen Tag im Leben wirklich arbeiten zu müssen?

Und ja, ich bin im Marketing wesentlich besser als damals als Gitarrist. Aber das Spaß-Level ist das gleiche.

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