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Phase 1 - See Phase 2 - Think Phase 3 - Do Strategisches SEO

Strategisches SEO 1 – Die Customer Search Journey

Wie Du Dein SEO an der Customer Journey ausrichten kannst

In diesem Beitrag geht es um die Customer Search Journey, also wie Du dein SEO mit den Bedürfnissen und der Customer Journey Deiner Kunden in Einklang bringst. Ich nenne es deswegen strategisches SEO, weil dabei SEO als Baustein einer digitalen Marketingstrategie betrachtet wird.

Das beste SEO ist gar kein SEO

Meine Erfahrung im Onlinemarketing hat mich eins gelehrt: gutes SEO ist gar kein SEO. Ja, es gab in den dunklen Anfangsjahren des Netzes ganz üble Tricks, die einen zwar in den SERPs nach oben, aber dem Besucher keinen echten Nutzen brachten. Das schädigte die Suchmaschinen und ein Kampf gegen die Suchmaschinenoptimierer begann.

Auch heute will ich nicht verneinen, dass es die ein oder andere Black Hat Technik gibt, aber ob diese am Ende immer nachhaltig sind, wage ich zu bezweifeln. Vor allem dann, wenn man sich nicht im schattigen Umfeld von Online-Casinos oder Versicherungs-Lead-Generierung bewegt.

Was bedeutet aber die Überschrift dieses Abschnitts dann? Die Suchmaschinenanbieter, allen voran Google, haben in den letzten 20 Jahren Milliarden darin investiert, Suchergebnisse anzuzeigen, die das beste Ergebnis für den Suchenden liefern. Damit verdienen sie ihr Geld. Google hat seine Algorithmen also darauf optimiert, Seiten im Netz zu finden, die der Suchende als perfektes Ergebnis wahrnimmt. Also muss man, um weit oben gerankt zu werden, einfach nur eine Seite zu einem Thema bauen, die der Besucher wirklich mag! Tricks, die nur den Algorithmus ansprechen, aber für den Nutzer sinnfrei sind, gehören damit der Vergangenheit an. Konzentriere Dich also lieber darauf, Webseiten zu erstellen, die deine Besucher lieben. Das beste SEO ist gar kein SEO!

SEO Entlang der Customer Search Journey

Das klingt jetzt total nach modischem Marketingsprech, ist aber die logische Konsequenz aus meiner Einleitung. Die Customer Journey ist ja nichts anderes, als eine Beschreibung einzelner Stationen auf dem Weg zum Kunden. Auch das Nutzen von Suchmaschinen gehört zu dieser Reise. Wenn es Dir gelingt, eine Webseite zu bauen, die alle Phasen dieser Customer Journey anspricht, erledigst Du damit zwei Dinge auf einmal:

  1. Vertrauen aufbauen. Deine Seite und Dein Brand werden potenziellen Kunden schon sehr früh gezeigt. Du wirst dadurch schon sehr früh als möglicher, kompetenter Partner wahrgenommen und kannst die Entscheidungsfindung beeinflussen.
  2. Technische Grundlagen für SEO schaffen. Du generierst so eine sinnvoll miteinander verlinkbare Seitenstruktur und damit eine wundervolle technische Grundlage für nachhaltige Sichtbarkeit in den Suchmaschinen.

In diesem Artikel gehe ich speziell auf den Teil der Customer Journey ein, der sich in den Suchmaschinen abspielt und nenne ihn die Customer Search Journey. Was das genau bedeutet und wie Du es am besten anstellst, erkläre ich Dir im zweiten Teil. Erst einmal muss ich noch auf die Grundlagen eingehen.

Customer Search Journey einfach gemacht

Ich verzichte an der Stelle darauf, zu beschreiben, was genau eine Customer Journey ist. Ich möchte aber ein vereinfachtes Modell vorstellen. Du kennst sicher die Ansätze, sie an Formeln wie AIDA oder von Awareness bis Advocacy auszurichten. Ich bevorzuge das See-Think-Do-Care Framework und sortiere strategisches SEO in die drei ersten Phasen ein: See, Think und Do.

See-Phase

Zunächst werden mit dem See-Think-Do-Care-Framework vertraute Marketingexperten vielleicht stutzen. Weitestgehend wird hier SEO nämlich erst der Think-Phase zugeordnet. Das ist in meinen Augen falsch und verschenkt viel Potenzial.

Da es in dieser Phase um das „Gesehen werden“ geht, ist SEO sogar ein ganz elementarer Bestandteil. Die Sichtbarkeit in den Suchmaschinen ist ebenso wichtig, wenn nicht sogar noch wichtiger, als alle anderen hier ansonsten klassisch zugeordneten Maßnahmen zur Steigerung der Sichtbarkeit.

In Phase See geht es also um alle Suchanfragen zu einem konkreten Problem, zu dem der Suchende aber noch nicht festgelegt hat, welche Lösungsart für ihn die Beste ist.

Think-Phase

In der Phase Think geht es um alle Suchanfragen, bei denen der Suchende zwar schon die von Dir angebotene Produktart oder Dienstleistungsart als optimale Lösung ins Auge gefasst hat, aber noch nicht davon überzeugt ist, dass Du der beste Anbieter dafür bist.

Do-Phase

In der Phase Do geht es um alle Suchanfragen, die sich konkret mit Deinem Produkt oder Deiner Dienstleistung beschäftigen.

Ein Beispiel: Vorsicht, wenn Du keinen Spinnen magst!

Nehmen wir an, Du bist ein Hersteller von Fliegengittern und Insektenschutzsystemen. Nehmen wir eine Person, die im Keller ein Spinnenproblem hat. Immer wieder gelangen viel zu große Exemplare durch die Kellerfenster ins Haus und erschrecken die Bewohner.

See

Suchanfragen zum allgemeinen Problem: Wie werde ich die Spinnen in meinem Keller los? Was tun gegen Spinnen im Keller? Wie besiege ich meine Spinnenphobie?

Die Person hat ein Problem und macht sich nun auf die Suche nach Lösungen. Dabei steht erst einmal das Problem im Fokus. Es wurde noch keine Wahl unter der Vielzahl an Lösungsmöglichkeiten getroffen.

Im Laufe der Suche werden der Person verschiedene Lösungen angeboten: Anti-Spinnenspray, elektrische Spinnenvertreiber, Insektenschutzgitter oder eine Psychotherapie gegen Arachnophobie.

Wenn Du jetzt mit Deiner Webseite diese See-Phase der Customer Journey besetzt, kannst Du deine Insektenschutzgitter schon sehr früh als die nachhaltigste, garantiert funktionierende Lösung im Vergleich zu den anderen präsentieren.

Das Ziel dieser ersten Phase ist es, den Suchenden darüber zu informieren, dass Insektengitter eine gute Lösung sind.

Think

Suchanfragen zu der Produktart: Was kosten Insektengitter? Gibt es Insektengitter für Kellerfenster? Wie montiert man Insektengitter?

Die Person ist also in der See-Phase zur Überzeugung gelangt, dass Insektengitter die beste Lösung sind. Die Suchanfragen werden also konkreter und die Person möchte sich darüber informieren, wie das genau funktioniert, was es kostet und wo man sowas überhaupt herbekommt.

Hier muss Deine Webseite die Think-Phase besetzen und möglichst die besten Antworten zu all den technischen und ökonomischen Fragen rund um Dein Produkt geben. Wenn Du schon in der See-Phase positiv mit Antworten aufgefallen bist, wird das Anfangsvertrauen in dieser Phase noch gefestigt. Der Kniff hierbei ist es, möglichst sachliche und hilfreiche Informationen zu bieten und nicht brutal werblich zu schreien: „Kauf bei mir!“

Das Ziel in dieser Phase ist es, dem Suchenden die bestmöglichen Antworten auf all seine Fragen zu der konkreten Lösung zu bieten.

Do

Suchanfragen konkret zu Deinem Produkt: Was kostet genau Dein Insektengitter? Ist die Montage gratis? Wie viele Jahre Garantie gibt Dein Unternehmen?

Die Person ist in der Think-Phase zu der Überzeugung gelangt, dass Du der beste Anbieter für Insektenschutzgitter bist. Nun müssen noch die letzten Fragen geklärt werden.

Deine Webseite sollte selbstverständlich die besten Informationen zu Deinem Produkt bieten können. Hier ist es meistens gar nicht so sehr das Thema, ob man damit in den Suchmaschinen auftaucht, sondern wie. Findet der Suchende in dieser Phase sofort und bequem die letzten fehlenden Informationen, um letztendlich einen Kauf abzuschließen oder in Kontakt zu treten?

Das Ziel dieser Phase ist klar: diejenigen, die du schon in den anderen beiden Phasen von Dir überzeugen konntest, zum Abschluss oder zumindest zur Kontaktaufnahme zu bringen.

Die perfekte Grundlage für strategisches SEO

Wie Du siehst, bilden diese drei Phasen das perfekte Fundament für Dein SEO. Du kannst aus ihnen bereits die richtigen Keywords ableiten, kannst sie zu Clustern zusammenfügen und deinen Content planen. Wie das genau funktioniert und welchen Grund es noch gibt, warum ich ausgerechnet ein Foto von Spinnen als Titelbild gewählt habe, erfährst Du im zweiten Teil über Strategisches SEO.

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